Evangelisch-lutherische

Kirchengemeinde Fuhlen

 

Die Namen und Bedeutung der einzelnen Perlen

     

18 Perlen reihen sich an einem Band aneinander. Sie bilden einen Kreis, dessen Anfang und Ende durch die größte Perle golden leuchtend gesetzt wird. Die Perlen unterscheiden sich in Form, Farbe und Größe und weisen mit ihrem Namen auf ihre Bedeutung hin. In ihrer Bedeutung können die Perlen als der Lebensweg Jesu gedeutet werden, aber auch zum Sinnbild für das eigene Leben werden.

Die Gottesperle

Schon beim ersten Betrachten des Armbandes fällt die größte der Perlen ins Auge. Die goldene Perle erinnert an den goldenen Schein der Sonne oder an einen wertvollen Schatz und lässt mich nach dem Wertvollsten im Leben fragen.
Die Gottesperle bildet den Anfang und das Ende des Perlenbandes und verweist nach christlichem Verständnis auf Gott, von dem wir kommen und zu dem wir zurückkehren und der unser Leben unsichtbar begleitet, wie der Strahl der Sonne. So wie Anfang und Ende des Perlenbandes in der großen goldenen Perle zusammenlaufen, kann die Gottesperle ein Zeichen für den Beginn und das Ziel unseres Weges und den Sinn des Lebens sein. Wenn man diese Perle zur Hand nimmt, kann man darüber nachdenken, wer oder was das Leben zusammenhält.

Die Perlen der Stille

Sechs Perlen der Stille sind an verschiedenen Stellen in das Band einfügt. Länglich, in einem hellem Beige-Ton gehalten und schmal wirken sie einerseits wie ein Verbindungsstück zwischen den Perlen und sollen doch viel eher eine Unterbrechung sein.
Sie laden dazu ein, das, was einen beschäftigt loszulassen und im Tun innezuhalten. Es ist nicht leicht, die Gedanken loszulassen. Vielleicht gelingt es für einen Moment, und das ist dann ein Geschenk. Man kann sie nicht erzwingen, die Stille, aber man kann sich dafür bereit halten. Im Schweigen, Aufatmen, Loslassen kann man zu sich selbst finden, kann man selbst „sein“, ohne „tun“ zu müssen und sich für das öffnen, was in einem ist, kann sich für Gott öffnen.

Die Ich-Perle

Klein, perlmuttfarben, ganz nah an der großen Gottesperle, durch die erste Perle der Stille mit ihr verbunden, findet sich die Ich-Perle.
Sie regt dazu an, über sich selbst nachzudenken, denn das „Ich“ sagen, geht dem einem schwer über die Lippen, dem anderen leicht. Es hat mit dem eigenen Werdegang und Selbstbewusstsein zu tun und es hängt davon ab, wie man zu sich selbst steht. Man kann darüber nachdenken, wann man das letzte Mal über sich selbst nachgedacht hat, wie viel „Ich“ man sich selbst zutraut oder ob man es damit nicht auch übertreibt. Wer ist man und was ist die Rolle im Alltag? Wovon träumt man im Stillen? Mit diesen Fragen kann und darf man um sich selbst kreisen.
Das Schimmern der Perle spiegelt den Glanz der Gottesperle wider und sagt uns, dass jeder Mensch kostbar, einzigartig und ein geliebtes Kind Gottes ist.
„Die Perle bedeutet: Sieh auf dich selbst mit Liebe. Du bist eine Perle unter anderen Perlen. Behandle alle mit Achtung, auch dich selbst. Du hast ein Recht, mit Lebenslust und Lebensmut zu leben. Die Ich-Perle ist eine Perle der Würde und Verantwortung des Menschen, für ihn, dessen Angesicht das Angesicht sucht und der in seinem Namen sich selbst findet und Gott.“
(Martin Lönnebo)

Die Tauf-Perle

Schützend, im Rücken der Ich-Perle liegt die größere weiße Perle der Taufe. Das eigene Ich begegnet einem Du. Zu dem „Ja“, das man zu seinem Leben sagen kann, kommt das „Ja“, das ein anderer zu einem sagt. Niemand kann sein Leben selbst zur Welt bringen. Das Leben ist ein Geschenk, das man empfängt.
Die Tauf-Perle erinnert uns daran, dass wir mit Wasser auf den Namen Gottes getauft und mit dem Kreuzeszeichen gesegnet wurden. Die Taufperle steht für das Geschenk des Lebens, das Gott uns zuteil werden lässt, für seine Liebe zu uns und sein konkretes „Ja“, das wir in der Taufe durch den Segen empfangen. Durch die Taufe stehen wir fortan im Lichte Gottes, dürfen seinen Segen spüren und uns von ihm geborgen und angenommen fühlen.
Was bedeutet die Taufe für mich? Wovon lebe ich? Wer sagt „Ja“ zu meinem Leben? Fragen, die ich bedenken kann, wenn ich die Perle der Taufe zwischen Daumen und Zeigefinger halte.

Die Wüsten-Perle

Eingebettet in die zweite und dritte Perle der Stille fügt sich die sandfarbene Wüstenperle in den Perlenkreis ein. Die Wüste steht für Dürre, Entbehrung und Einsamkeit. In ihr begegnen wir den Kämpfen unseres Lebens oder Schuld, die wir auf uns geladen haben.
Doch Wüsten sind auch Orte der Klarheit und Entscheidung, die in biblischen Geschichten eine große Rolle spielen und so können auch wir, wie Jesus, wenn wir aus der Wüste zurückkehren, zu mehr Klarheit und Reife, zu dem Wissen, was wichtig ist und was nicht, gelangt sein.
Mit der Wüsten-Perle in der Hand kann man sich fragen:
Wann bin ich selbst durch die Wüste gegangen? Kann ich das Alleinsein aushalten? Was brauche ich zum Leben?

Die Perle der Gelassenheit

Umrahmt von den Perlen der Stille glänzt die Perle der Gelassenheit in tiefem Dunkelblau. Sie erinnert mit ihrer Farbe an den Himmel, das Meer und die Weite des Horizonts. Eingerahmt von zwei Perlen der Stille will die Perle der Gelassenheit ein Gegenbild zu den täglichen Lasten, Pflichten und Herausforderungen sein.
Sie hinterfragt das, worüber man sich sorgt, sie will nicht wissen, um was man sich alles kümmert. Die Perle der Gelassenheit fragt nicht „Was kannst du tun?“, sondern „Was kannst du lassen?“ Aus der Enge von Sorgen und Pflichten will sie einen in die Weite und Leichtigkeit führen und einen zur Sorglosigkeit anstiften.
Mit der blauen Perle in der Hand fragt man sich: Was treibt mich um? Wovon möchte ich mich befreien? Wie übe ich Gelassenheit?

Die Perlen der Liebe

Für die Liebe gibt es zwei rote Perlen, denn zur Liebe gehören immer zwei: ein Du und ein Ich; einer der Liebe schenkt und einer, der sie empfängt. Ihre rote Farbe erinnert an Feuer und Geist, Leidenschaft und Leiden und weist damit auf die Ambivalenz der Liebe. Liebe ist das Größte, was wir erfahren können, aber an ihr können wir auch zerbrechen. Sie beinhaltet Gefühle der völligen Verschmelzung und den Schmerz der Trennung.
Was also ist Liebe für einen? Fühlt man sich geliebt? Wen liebt man?
Der christliche Glaube bezieht die Liebe der Menschen auf die Liebe Gottes, denn die Liebe Gottes ist die Quelle aller menschlichen Liebe und befähigt uns Liebe zu zeigen und uns für andere einzusetzten.
„Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“
(Die Bibel, 1. Brief des Johannes, Kapitel 4, Vers 16)

Die Geheimnis-Perlen

An die roten Perlen der Liebe reihen sich direkt die drei kleineren perlmuttfarbenen Geheimnis-Perlen. Jeder Mensch hat Geheimnisse, etwas, was er nicht mit anderen teilen möchte oder kann. Dazu gehören auch unsere Träume, Ängste und Leidenschaften.
Was sind die eigenen drei Geheimnisse? Worüber möchte man nur mit Gott reden? An wen denkt man? Diese Fragen kann man bei und mit den drei Geheimnis-Perlen bedenken.
Gott nimmt einen ganz, mit seinen Geheimnissen, an. Vor ihm kann man alles, was man anderen nicht sagen kann oder darf, zeigen und zur Sprache bringen, was man bei anderen verschweigt. Bei den drei Geheimnis-Perlen kann man aber auch an jemand anderes denken, der einem besonders nahe steht oder für jemanden beten, um den wir uns sorgen.

Die Perle der Nacht

Die schwarze Perle der Nacht fügt sich im direkten Anschluss an die Geheimnis-Perlen in das Perlenband ein. Dunkelheit und Schatten verbinden viele mit der Farbe schwarz und auch mit dem Begriff „Nacht“, manchmal sogar mit Sterben und Tod.
Man denkt an seine eigenen Ängste, fragt, warum Gott so vieles zulässt in dieser Welt oder warum er Menschen sterben lässt.
Die Perle der Nacht weist auf die Schattenseite des Lebens, auf die Angst, die Verlassenheit und den Tod. Hier hat der Schmerz und die Trauer um Menschen, die gestorben sind oder uns verlassen haben, seinen Ort. Gott hält dieses Leiden und auch das Sterben der Menschen mit einem aus, denn im Tod Jesu am Kreuz ist Gott selbst den Weg durch die dunkelste Nacht gegangen. Uns wird aber die Hoffnung zugesagt, dass wir den Tod durch den Glauben an Jesus Christus überwinden werden. Deswegen ist das Kreuz das zentrale Symbol der Christen.
Wer die Perle der Nacht in die Hand nimmt, kann sich daran erinnern: Gott lässt einen auch in den dunkelsten Stunden des Lebens nicht allein.

Die Perle der Auferstehung

Nach der fünften Perle der Stille folgt die weiße Perle der Auferstehung. Sie steht für den Weg vom Tod zum Leben, von der Verzweiflung zur Hoffnung. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Die Kräfte des Lebens sind stärker. Die Perle der Auferstehung symbolisiert die Hoffnung, die in mir lebendig ist und zu neuem Leben und zu einem neuen Anfang werden kann. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die geschehen und die uns beflügeln und uns neue Wege gehen lassen.
Mit der weißen Perle fragt man sich: Was kann ich hoffen? Wer gibt mir neue Kraft? Glaube ich an die Auferstehung?

 
Quelle und Herausgeber der "Perlen des Glaubens" ist das Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche in Hamburg
www.perlen-des-glaubens.de